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Damaris G├╝ting

Soziale Konstruktion von Geschlecht im Unterricht

In unserem Alltag nehmen wir die Geschlechtszugeh├Ârigkeit als etwas selbstverst├Ąndliches wahr, das bereits ohne unser Zutun vorhanden ist. Geschlecht als eine aktiv geschaffene Kategorie zu verstehen, bedeutet, allt├Ągliche Interaktionen unter einem neuen Blickwinkel zu betrachten. In der vorliegenden ethnographischen Untersuchung aus drei Schulklassen zwischen dem siebten und zehnten Jahrgang werden auf der Grundlage mikrosozialer Analysen des Unterrichts Fragestellungen zur Geschlechtskonstruktion bearbeitet: Wie inszenieren Sch├╝lerInnen Ihre Antwort auf die Frage der Lehrperson und welche Rolle spielen LehrerInnen dabei? Welche Bedeutung haben sexualisierende Anspielungen f├╝r geschlechtsbezogene Beziehungsnetze in der Schulklasse? Welche Relevanz haben die K├Ârper- und Kleidungspraktiken der Sch├╝lerInnen f├╝r die Herstellung von Geschlecht? Und: Welche Freiheiten haben Mitsch├╝lerInnen, neue Wege au├čerhalb der ├╝blichen Geschlechterinszenierungen zu praktizieren?
Es wird gezeigt, dass f├╝r Sch├╝lerInnen entscheidend ist, ob ihre Geschlechtszugeh├Ârigkeit vor der Peergroup und Lehrkraft aufrechterhalten werden kann oder ob sie -spielerisch oder ernsthaft beleidigend - in Frage gestellt wird. Diese "Geschlechtsgeltung" wird als Gegenstand interaktioneller Aushandlungen herausgearbeitet. Abschlie├čend werden auf einer Metaebene Schl├╝sse aus den empirischen Beobachtungen gezogen und das theoretische Konzept der "Konstruktionsebenen von Geschlechtszugeh├Ârigkeit" entfaltet. Die vorliegende ethnographische Studie leistet einen innovativen Beitrag sowohl zur Erforschung von Geschlecht im Unterricht als auch zur Peergroup-Sozialisation von Jugendlichen.
Cover Vergriffen, keine Neuauflage.
2004. 245 Seiten, kartoniert
ISBN 978-3-7815-1330-3