Cornelie Dietrich / Hans-Rüdiger Müller (Hrsg.)

Die Aufgabe der Erinnerung in der Pädagogik

Seit „PISA“ und „Bologna“ befindet sich das deutsche Schul- und Hochschulsystem in einem rasanten Reformprozess, dessen Maximen der Beschleunigung und Effektivierung von Skeptikern in einer auffallenden Allianz mit einer gewissen Geschichtsvergessenheit gesehen wird. Der notwendige disziplinäre Blick nach vorne kann indessen nicht gegen ein reflexives Verhältnis zur Geschichte von Erziehung und Bildung ausgespielt werden. Der Band thematisiert vielmehr das Erinnern als konstitutive Dimension pädagogischen Denkens und Handelns. Erziehung und Bildung selbst sind – als intergenerationale Weitergabe und Aneignung der Kultur(en) – ohne die dauernde Balancierung von Erinnerung, Verdrängung und Vergessen nicht denkbar.
Vor dem Hintergrund des kulturwissenschaftlichen Erinnerungsdiskurses fragt der Band nach der Rolle der kollektiven wie auch individuellen Erinnerung im Bildungsprozess des Einzelnen sowie nach einer Verschränkung beider Perspektiven.
In verschiedenen für die Erziehungswissenschaft spezifischen Zugängen wird die Erinnerungstätigkeit thematisiert: Die bildungstheoretische, die historische, die autobiografische und die disziplingeschichtliche Perspektive zeigen je unterschiedliche Zwecke und Absichten, aber auch unterschiedliche Formen und Medien von Erinnerung.

Mit Beiträgen von Meike Sophia Baader, Micha Brumlik, Ilse Bürmann, Ernst Cloer, Andreas Gruschka, Hans-Georg Herrlitz, Yasuo Imai, Hans-Christoph Koller, Hiromoto Makabe, Jürgen Oelkers, Michael Parmentier, Markus Rieger-Ladich, Christian Rittelmeyer, Theodor Schulze, Hartmut Titze und Uwe Uhlendorff.
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2010. 339 Seiten, kartoniert
ISBN 978-3-7815-1734-9
19,90 EUR