Natalija Mussijenko / Alexander Vatlin

Schule der Träume

Die Karl-Liebknecht-Schule in Moskau (1924-1938)

Die deutsche Karl-Liebknecht-Schule in Moskau hat unter schwierigsten Verhältnissen vermocht, als "Schule der Träume" von einer besseren, solidarischen Welt im Gedächtnis vieler ihrer Absolventen weiterzuleben. Dazu trug wesentlich bei, daß in ihr politisch engagierte Pädagoginnen und Pädagogen tätig waren, die zugleich eine bessere, kindgerechte Schule zu verwirklichen suchten. Sie entstand 1924 im Zeichen der damaligen liberalen sowjetischen Minoritätenpolitik und endete 1938 mit dem Umschlag dieser Politik ins völlige Gegenteil. Schülerschaft und Lehrkörper der ursprünglich vorwiegend an den Bedürfnissen der rußlanddeutschen Minderheit orientierten Schule erhielt durch den Zustrom von Arbeits- und Politemigranten nicht allein aus Deutschland einen zunehmend internationalen Charakter.Die Geschichte der Schule wurde von den russischen Autoren erstmals systematisch aufgearbeitet und in die jeweiligen bildungs- und zeitgeschichtlichen Rahmenbedingungen eingeordnet, die zum Verständnis des Geschehens unentbehrlich sind. Sicht- und Darstellungsweise der Pädagogin und des Historikers setzen dabei unterschiedliche, sich ergänzende Schwerpunkte. Die anschauliche Darstellung basiert auf umfangreichen Quellenbeständen aus teilweise schwer zugänglichen öffentlichen und privaten Archiven. Den Autoren ging es bei ihrer "Spurensuche" vor allem um die Menschen, deren Leben und Arbeit sich mit dieser Schule verbindet. Dieser Aspekt wird nicht zuletzt in den Erinnerungen ehemaliger "Liebknechter" und einer großen Zahl weiterer authentischer Text- und Bilddokumente zur Schulgeschichte und aus der pädagogischen Praxis deutlich, die etwa die Hälfte des Buches ausmachen.
Reformpädagogik im Exil. Neue Folge der Schriftenreihe "Pädagogische Beispiele". Hg. von Hildegard Feidel-Mertz und Inge Hansen-Schaberg
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2005. 484 Seiten, kartoniert
ISBN 978-3-7815-1368-6
39,00 EUR