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Peter Kauder

Niedergang der Allgemeinen Pädagogik?

Die Lage am Ende der 1990er Jahre

Nie zuvor ist die Allgemeine Pädagogik so umstritten gewesen wie in der 1994 begonnenen Diskussion. Aber die Aufregung steht in keinem ausgewogenen Verhältnis zu den Erträgen, die die vorliegende Arbeit bietet.
Abgesehen von Einzelstimmen wird die Diskussion weitgehend nicht unter Endzeitvorzeichen geführt; auch fällt die Überprüfung der Lage an empirisch-quantitativem Material aus der Wissenschaftsforschung überraschend gut aus und lässt sich zusätzlich mit empirisch-quantitativen Analysen zur Rezeption der Allgemeinen Pädagogik in einigen teildisziplinären Zeitschriften der Berufspädagogik, der Erwachsenenbildung und der Sozialpädagogik positiv unterfüttern. Ein Blick auf die systematisch-qualitative Einschätzung der Allgemeinen Pädagogik seitens ihrer Vertreter und solchen aus mehreren Teildisziplinen deutet hingegen einige Defizite an (Notwendigkeit einer verstärkten empirisch-quantitativen sowie systematisch-qualitativer Selbsterforschung; zu geringe Rezeption einer wechselseitigen Funktionsbestimmung zwischen der Allgemeinen Pädagogik und der Vielzahl erziehungswissenschaftlicher Teildisziplinen).
Insgesamt hat die Allgemeine Pädagogik – insofern wendet sich das Buch an die gesamte Disziplin Erziehungswissenschaft – den Umbau der Erziehungs-wissenschaft und ihre Ausdifferenzierung seit den 1960er Jahren nicht nur „gestemmt“, sondern ihn auch erheblich besser „verkraftet“ als weithin im eigenen Lager und in der Disziplin insgesamt angenommen.
Beiträge zur Theorie und Geschichte der Erziehungswissenschaft, Band 33
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2010. 345 Seiten, kartoniert
ISBN 978-3-7815-1736-3
32,00 EUR