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Dagmar Orthmann Bless

Lebensentwürfe benachteiligter Jugendlicher

Theoretische Betrachtungen und Ergebnisse einer empirischen Untersuchung bei Mädchen mit Lernbehinderung

Diese Forschungsarbeit analysiert Lebensentwürfe lernbehinderter Mädchen. Im theoretischen Teil werden die gesellschaftlichen Bedingungen, welche den diesbezüglichen Handlungsrahmen determinieren, sowie die sich daraus ergebenden Anforderungen an (lernbehinderte) Jugendliche diskutiert.
Im empirischen Teil der Arbeit werden sodann die Inhalte und Prozesse der gedanklichen Vorwegnahme zukünftiger Lebensgestaltung von n = 113 Schülerinnen mit Lernbehinderung in Bezug auf die Bereiche Beruf, Familie, Freizeit und Wohnen analysiert und als Theorieentwurf zur produktiven Realitätsverarbeitung unter erschwerten Bedingungen zusammengefasst.
Die Studie zeigt, dass dem größten Teil der Schülerinnen mit Lernbehinderung zum Ende der Schulzeit Lebensentwürfe von erstaunlicher Differenziertheit gelingen. Sie entwickeln persönliche Präferenzen, können Wünsche und Ziele individuell begründen, Motive, Funktionen und Bedeutungen explizieren. Sie entwickeln häufig ein ausgeprägtes Bewusstsein für gesellschaftliche Rahmenbedingungen, identifizieren Divergenzen zwischen persönlichen Voraussetzungen und gesellschaftlichen Anforderungen und entwickeln Strategien zur Problembewältigung. Ihre gedanklichen Vorwegnahmen sind sowohl von Optimismus als auch von Realitätsbewusstsein geprägt, dokumentieren Anstrengungsbereitschaft, Frustrationstoleranz und Vertrauen in die Selbstwirksamkeit bei der zukünftigen Lebensbewältigung.
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2006. 331 Seiten, kartoniert
ISBN 978-3-7815-1477-5
32,00 EUR